BAUTEILREINIGUNG
REINIGUNGSVERFAHREN FÜR JEDES BAUTEIL. VOM GROBSCHMUTZ BIS HIGH PURITY.
Späne und Kühlschmierstoff nach der Zerspanung, Ziehfette, Emulsionen, Polierpasten: Jede Kombination aus Werkstoff, Geometrie und Sauberkeitsanforderung führt zu einer anderen Antwort. Ein Verfahren, das für alles passt, gibt es nicht.
Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Mechanik, Reinigungschemie, Temperatur und Zeit – und die Reinigungsanlage, die das umsetzt. Hier finden Sie die Verfahren im Überblick: wie sie wirken, wofür sie sich eignen und wo ihre Grenzen liegen.
Reinigungsverfahren auf einen Blick.
| Verfahren | Wirkprinzip | Typisch für | Grenze |
|---|---|---|---|
| Spritzreinigung | Düsenstrahl, 3–8 bar (bis 60 bar) | Weniger komplexe Bauteile, Standard-Sauberkeit | Erreicht keine Hinterschnitte und Sacklöcher |
| Flut- und Druckflutreinigung | Bauteil im Bad, Förderstrom bis 40 bar | Komplexe Geometrien, volle Körbe, hartnäckiger Schmutz | Höherer Medien- und Energieeinsatz |
| Tauchreinigung | Chemische Lösewirkung im Bad | Öle, Fette, anhaftende Späne | Allein selten ausreichend, meist kombiniert |
| Ultraschallreinigung | Kavitation, 25 kHz oder 25/75 kHz Dualschall | Feinstreinigung, niedrige Restschmutzwerte | Schattenzonen bei dichter Beladung |
| Hochdruckreinigung | Gezielter Strahl mit hohem Druck bis 2.200 bar | Entgraten, festsitzende Klemmspäne | Werkstoffabhängige Druckgrenze |
Wässrige Reinigung
Bei der wässrigen Reinigung übernimmt Wasser mit einem darauf abgestimmten Reiniger die Arbeit – nicht ein Lösemittel. Das ist heute der Standard in der industriellen Bauteilreinigung: unkritisch im Arbeitsschutz, schonender für die Umwelt, beherrschbar in der Entsorgung und über Reiniger, Temperatur, Mechanik und Zeit fein einstellbar. Ohne Lösemittel entstehen keine flüchtigen Emissionen, es bleiben keine Lösemittelrückstände am Bauteil und Lagerung wie Entsorgung erfordern keinen Sonderaufwand.
Alle folgenden Verfahren sind wässrige Verfahren. Sie unterscheiden sich darin, wie die mechanische Energie an das Bauteil kommt – und genau daran entscheidet sich, welches Verfahren zu Ihrer Reinigungsaufgabe passt.

Spritzreinigung
Wasser tritt mit hoher kinetischer Energie aus einer Düse aus und trägt die Verschmutzung mechanisch ab. Üblich sind 3 bis 8 bar, möglich sind bis zu 60 bar. Über das Ergebnis entscheidet dabei weniger der Druck als die Anordnung der Düsen und die Relativbewegung zwischen Bauteil und Düse.
Die Spritzreinigung eignet sich für weniger komplexe Bauteile und für Sauberkeitsanforderungen im Standardbereich. Wo der Strahl nicht hinkommt – Hinterschnitte, Sacklöcher, dicht gepackte Reinigungskörbe –, stößt sie an ihre Grenze. Dann ist Fluten oder Ultraschall der bessere Weg.
Silberhorn Reinigungsmaschinen, die Spritzreinigung einsetzen:

Flut- und Druckflutreinigung
Beim Druckflutreinigen taucht das Bauteil vollständig in die Reinigungsflüssigkeit ein, während Düsen im Becken einen kräftigen Förderstrom und bis zu 40 bar erzeugen. Es entsteht eine Verwirbelung wie in einem Whirlpool, die auch Bohrungen, Hohlräume und Hinterschnitte erreicht. Das macht die Druckflutreinigung zum Verfahren der Wahl bei hartnäckigen Verschmutzungen, komplexen Geometrien und voll beladenen Reinigungskörben.
Silberhorn Reinigungsmaschinen, die Flut- und Druckflutreinigung einsetzen:

Schöpffluten
Beim Schöpffluten ist die Kammer nur zur Hälfte oder bis zu einer definierten Höhe gefüllt, Düsen erzeugen zusätzlich Verwirbelungen. Die Bauteile tauchen bei jeder Korbdrehung ein und wieder aus. Die Reinigungsflüssigkeit fließt dabei immer wieder in die Geometrie hinein und heraus und schwemmt Verunreinigungen aus – auch aus schwer zugänglichen Bereichen.
Silberhorn Reinigungsmaschinen, die Schöpffluten einsetzen:
Tauchreinigung
Das Bauteil liegt vollständig im Bad. Öle, Fette und anhaftende Metallspäne werden vor allem durch die chemische Wirkung des Reinigers gelöst, mechanische Bewegung des Korbs verstärkt den Effekt. Anwendungen wie das Beizen oder das Entrosten nach dem thermischen Entgraten verlangen eine vollständige Benetzung des Bauteils – und die stellt das Tauchen sicher. In der Praxis steht die Tauchreinigung selten für sich allein. Sie entfaltet ihre Wirkung in Kombination – mit Ultraschall für feine Strukturen oder mit Druckfluten für komplexe Bauteile.
Silberhorn Reinigungsmaschinen, die Tauchreinigung einsetzen:

Ultraschallreinigung
Im Bad erzeugen Schwinger Ultraschallwellen. Dabei entstehen Dampfblasen, die implodieren – dieser Kavitationseffekt löst Partikel auch aus feinsten Strukturen und von schwer zugänglichen Oberflächen. Amplitude, Frequenz und Dauer stimmen wir auf das jeweilige Bauteil ab.
Zur Wahl stehen 25 kHz für gröbere Verschmutzungen und Dualschall mit 25/75 kHz, wenn es um Feinstreinigung und niedrige Restschmutzwerte geht. Damit ist die Ultraschallreinigung das Verfahren für hohe Sauberkeitsanforderungen – etwa in der Medizintechnik, der Präzisionsteilefertigung und bei High-Purity-Anwendungen.
Silberhorn Reinigungsmaschinen, die Ultraschallreinigung einsetzen:

Hochdruckreinigung
Beim Hochdruckreinigen trifft der Wasserstrahl mit deutlich höherer Geschwindigkeit auf das Bauteil. Hauptanwendung ist das Entgraten und das Entfernen festsitzender Klemmspäne. In Roboterzellen lässt sich der Strahl gezielt an definierte Stellen des Bauteils führen.
Wie viel Druck sinnvoll ist, entscheidet der Werkstoff:
- Aluminium: 300 bis 400 bar
- Stahlguss: bis 600 bar
- Stahl: bis etwa 900 bar
- Edelstahl: bis 1.500 bar
- Sonderanwendungen: bis 2.200 bar
Silberhorn Reinigungsmaschinen, die Hochdruckreinigung einsetzen:
Konservieren und Passivieren
Nach der Reinigung ist die Bauteiloberfläche blank – und damit angreifbar. Beim Konservieren wird durch Tauchen oder Sprühen ein Schutzfilm aufgebracht, der je nach eingesetztem Medium bis zu zwei Jahre vor Korrosion schützt.
Sinnvoll ist das überall dort, wo zwischen Reinigung und Weiterverarbeitung Zeit vergeht: bei längerer Lagerung, beim Seetransport oder bei Bauteilen, die erst später montiert werden.
Silberhorn Reinigungsmaschinen, die mit einem speziellen Reiniger konservieren/passivieren können:
Welches Verfahren passt zu Ihrem Bauteil?
Diese Frage lässt sich am Bauteil schneller beantworten als am Schreibtisch. Schicken Sie uns Ihre Teile: Wir führen im Technikum einen kostenlosen Waschversuch durch, prüfen das Ergebnis im eigenen VDA-Prüflabor und empfehlen Ihnen die Kombination aus Reinigungs- und Trocknungsverfahren, die Ihre Anforderung zuverlässig erfüllt.
Ihr direkter Ansprechpartner:

ThomasHumpmayer
Abteilungsleitung Lohnreinigung & Technikum